NN 3/2000
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Nützliche Nachrichten 3/2000 - Inhalt

 Editorial

Editorial

Im Reformprozess der Türkei hält die Spannung zwischen Reformankündigung und schlechter, alter Realität an. Diese findet aktuell ihren Ausdruck im Konflikt zwischen dem neu gewählten Präsidenten Sezer, vorher Vorsitzender des Verfassungsgerichtes, und Premierminister Ecevit. Der Präsident besteht auf der Einhaltung rechtlicher Normen, während der Premier offensichtlich auf Druck der Generäle diese umgehen möchte, um schnell sein Berufsverbot gegen Islamisten durchzuboxen. Dies ist politisch wie formal eine wichtige Auseinandersetzung, in der der neue Präsident Standfestigkeit bewiesen hat.

Ganz im Sinne der Förderung von Reformen hielt auch in diesem Jahr wieder der Vorsitzende des Kassationsgerichtshofes, Dr. Sami Selcuk, eine kritische Rede, aus der wir wichtige Aussagen wiedergeben. Leider liegt uns der ganze Text noch nicht vor.

In dieser Ausgabe der Nützlichen Nachrichten bringen wir "Aussagen zur Lage der Reformen in der Türkei". Wenn möglich wollen wir dies als ständige Rubrik einführen. Diesmal sind es Beurteilungen, die aus dem Lande selbst stammen. Bei der letzten Sitzung des Dialog-Kreises fragten wir nach wünschenswerten Veränderungen der Nützlichen Nachrichten. Der hier in dieser Form erstmals erscheinende Teil war eine Anregung aus dieser Gesprächsrunde. Für die Redaktion besonders erfreulich war die große Zustimmung aus dem Kreise für die bisher erschienen Ausgaben unserer Vierteljahreszeitschrift. Streicheleinheiten sind in unserem Metier nicht gerade die Regel.

Mehmet Sahin hat eine umfangreiche Sammlung kurdischer Vornamen mit Erläuterungen zusammengestellt, da häufig auch in Deutschland kurdische Namen nicht akzeptiert werden. Die Sammlung ist mit einer Einleitung und einer kurzen Kulturgeschichte verbunden. Dieser Arbeit ist eine konstruktive Korrespondenz mit den Innenministern der deutschen Bundesländer vorausgegangen. Der DK hat bei der UNESCO den Antrag gestellt, die Arbeit als einen Beitrag zum Jahr der "Kultur des Friedens" anzuerkennen. Der Text soll bei den Standesämtern und bei kurdischen Eltern weit verbreitet werden. Sie können ihn bald, so hoffen wir, über unser Büro in Köln bestellen.

Sollten Sie in Ihrer Urlaubskasse - oder wo anders - noch etwas Geld übrig behalten haben, so bitten wir Sie, uns dieses zu spenden. Wir bekommen keine regelmäßigen Zuwendungen, und möchten trotzdem unsere Arbeit nicht einschränken. Dabei könnten uns Ihre Spenden sehr helfen. Unser Konto finden Sie wie immer auf der ersten Seite.

Freundlichst grüßend bin ich

Ihr
Andreas Buro
Koordinator des Dialog-Kreises



E-Mail: andreas.buro@gmx.de
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