NN 2/2000
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Nützliche Nachrichten 2/2000 - Inhalt

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"Boran" - Ein Film über Verschleppung, Folter und Mord

"Boran" ist ein Dokumentarfilm aus der Türkei, der allerdings dort die Realität nachinszeniert, wo Hüseyin Karabey sie nicht direkt filmen konnte. "Boran" befasst sich mit den Schicksalen dreier Männer, die in staatlichem Auftrag verschleppt und vermutlich gefoltert und ermordet wurden. Karabey stellt die Angehörigen der Verschwundenen, deren Leben zerstört wurde, in den Vordergrund. Dazwischen zeigt Karabey die unter Aufsicht eines Staatsanwalts und des Militärs stattfindende Suche nach der Leiche eines anderen Mannes - auf einer Müllhalde. Und die "Samstagsmütter" Istanbuls, die nach dem Vorbild der argentinischen "madres de la plaza de mayo" allwöchentlich mit Fotos ihrer Söhne demonstrieren.

Auf dem Festival von Antalya wurde "Boran" von einer internationalen Jury ausgezeichnet; das schützt den Regisseur vor Sanktionen. Weil die Samstagsdemonstrationen seit Mai 1998 verboten sind, legte Karabey die Premiere seines Films auf einen Samstag. Die Samstagsmütter kamen - und brachten die Fotos ihrer verschwundenen Söhne mit.

Boran wurde Anfang Mai auch in Köln vorgeführt. Veranstalter war der Verband der StudentInnen aus Kurdistan (YXK). Karabey ist bereit, soweit er kann, überall hinzufahren und seinen Film zu zeigen. E-mail:
huseyinkarabey@hotmail.com (Der Tagesspiegel, 6.4.00)



Türkei-Sommer in Osnabrück

Der "Türkei-Sommer" in Osnabrück präsentiert von Mai bis Juli unter der Schirmherrschaft des Osnabrücker Oberbürgermeisters Hans-Jürgen Fip ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Kultur, Musik, Kabarett, Filmvorführungen, Ausstellungen sowie Reise- und interkulturelle Projektangebote. Kurdische und türkische Literaten, Künstler und Sänger sind eingeladen. Filme wie "Reise zur Sonne" oder "Lebewohl Morgen" werden gezeigt. Podiumsdiskussionen sollen einen Dialog zwischen Kurden und Türken in Gang setzen. "Frieden und Demokratie sind möglich" war der Titel einer von örtlichen türkischen und kurdischen Vereinen organisierten Veranstaltung, an der ein Vertreter des Dialog-Kreises teilgenommen hat. Die Veranstaltungsreihe wird im Herbst fortgesetzt.

Näheres: Stadt Osnabrück, Presse- und Informationsamt, Fax: 0541-323 43 53, e-mail:
presseamt@osnabrueck.de



IPPNW-Delegationsbericht: Die Türkei auf dem Weg nach Europa?

5. ÄrztInnen-Delegationsreise in die Türkei fand an den Tagen 4. bis 14.4.2000 statt. TeilnehmerInnen der IPPNW-Delegation waren Dr. Nesmil Ghassemlou, Prof. Dr. Barbara Dietrich, Dr. Gisela Penteker, Matthias Jochheim und Mehmet Bayval.

In der Einführung des Berichtes lesen wir: "Die Einstellung der Kämpfe durch die PKK und der Beschluß von Helsinki, der Türkei den Status eines EU - Beitrittskandidaten zu verleihen, haben die politische Diskussion in der Türkei belebt und bei vielen Menschen große Hoffnungen auf Frieden und Demokratie und eine politische Lösung der Kurdenfrage geweckt. Auf unserer Reise haben wir versucht, die Zeichen des Aufbruchs, die Zeichen der Veränderung, die Signale der Hoffnung zu finden. In vielen Gesprächen u. a. mit Ärzten, Gewerkschaftern, Menschenrechtlern, Demokraten, Bürgermeistern in Istanbul, Diyarbakir, Batman, Hasankeyf und Izmir ließen wir uns über die aktuelle Lage informieren.

Das Fazit ist eher ernüchternd. Vom Aufbruch in eine neue Zeit ist vor Ort wenig zu spüren. Die Repressalien in den kurdischen Gebieten und gegen die Opposition gehen unvermindert weiter. Immer noch werden Dörfer von der Regierung zerstört, immer noch gibt es willkürliche Verhaftungen, immer noch wird in Polizeigewahrsam gefoltert.

Unsere Gesprächspartner mahnen den Druck aus Europa auf die türkische Regierung an. Sie fragen uns aber auch, was sich bei uns verändert, und wir müssen beschämt gestehen, dass das PKK-Verbot nicht aufgehoben ist, dass kurdische Vereine und Zeitungen in ihrer Arbeit weiterhin verhindert werden, polizeiliche Übergriffe erleben, dass Kurden in Deutschland weiterhin diskriminiert werden, dass Flüchtlinge aus der Türkei weiterhin abgeschoben werden, obwohl sich die Menschenrechtslage nicht gebessert hat, und ihnen Haft und Folter drohen".

Der Delegationsbericht kann bestellt werden bei: Dr. med. Gisela Penteker, Fax 04752/841176, e-mail:
penteker@t-online.de



epd-Dokumentation: Menschenrechte für kurdische Bevölkerungsgruppen als internationale Aufgabe

Die Evangelische Akademie Bad Boll hatte zum Tag der Menschenrechte im Dezember 1999 eine dreitägige Veranstaltung abgehalten. Die Dokumentation zu der Tagung "Zur Situation der Kurden in den vier StaatenIrak, Iran, Türkei und Syrien" mit vielen interessanten Texten u.a. von Ofteringer, Gürbey, Buro, Bucak und Bank liegt jetzt vor. (epd-Dokumentation Nr. 13/00, Bestellung: GEP-Vertrieb, Postf. 500550 in 60394 Frankfurt)



E-Mail: dialogkreis@t-online.de
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