Nützliche Nachrichten 1/2001


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Nützliche Nachrichten 1/2001

 Humanitäre Hilfe in Hakkari

Hamide aus Hakkari braucht Ihre Hilfe

Hamide ist drei Jahre alt und wohnt in Hakkari, einer Stadt, deren Einwohnerzahl von 30.000 auf 80.000 gewachsen ist. So müssen 40-50 Menschen in einer Wohnung leben. Die Not treibt die Kinder auf die Mülldeponien, um etwas zu essen zu finden. Noch vor einem Jahr spielte sie in ihrem Dorf am Rande des Flusses Zap. Hamide, ist eines der 11 Kinder von Mehmet und Fatma Özer. Der Vater, der bei einem Verkehrsunfall ein Bein verloren hat, zeigt mit unterdrückten Tränen die von der kleinen Tochter gebrachten Funde.

Mehmet Özer kam aus dem Dorf Kavakli. Er sagt voller Trauer: "Wir hatten in unserem Dorf ein gutes Leben. Eines Tages befahlen uns die Soldaten, das Dorf zu räumen. Wir konnten gerade noch das Vieh verkaufen, mußten aber unsere Felder und Walnußbäume zurücklassen. Nun haben wir weder Holz noch Nahrung." Frau Fatma schaukelt ihr jüngstes Kind und sagt: "Sie sollen uns in unser Dorf zurück lassen".

Diese Schilderung stammt inhaltlich von 1996 (Süleyman Sarilar, Hürriyet, 13.02.1996), aber die Verhältnisse haben sich bis heute nicht geändert. Genau fünf Jahre danach wurden ähnliche Bilder in Hakkari am 13.Februar 2001 von Star-tv gezeigt, kurdische Kinder auf der Müllhaldevon Hakkari. Der Bürgermeister Hüseyin Ümit : "Als Kommune haben wir auch nichts. Wir können den Menschen nicht helfen. Wenn wir uns nicht schämen würden, würden wir selbst als Kommune auch zur Müllhalde gehen und nach brauchbarem Material suchen." Das Schicksal von Hamide und ihre Familie ist also nur eines unter vielen.

Pro Humanitate hat an über 1200 solcher Familien an 40 Tagen täglich 5 Brote verteilt. Aber dies ist selbstverständlich ganz unzureichend, um das Elend zu wenden.

In den vergangenen fünf Jahren hat Pro Humanitate, in mehreren Orten der Türkei praktische humanitäre Hilfe geleistet und versucht, die Not tausender Familien zu lindern. Wir von Pro Humanitate haben vertriebenen kurdischen Familien in Van, die seit 5 Jahren in Ställen leben und von staatlichen Behörden keine Unterstützung erhalten, finanziell geholfen. Des weiteren haben wir bei Hunderten von Familien in verschiedenen Orten, wie z.B. in Bostanici und Özalp dafür gesorgt, im eiskalten Winter zu überleben. Auch ein Projekt für die Kinder der Erdbebenopfer in Gölcük wurde von Pro Humanitate unterstützt, damit wenigstens einige von ihnen beim bevorstehenden Opferfest lächeln können.

Auch wenn humanitäre Hilfe keine dauerhafte Lösung bietet und nur ein Tropfen auf den heissen Stein sein kann, so ist sie doch ein Hoffnungszeichen und Hilfe zum menschenwürdigen (Über-)leben für viele, bis es eine politische Lösung der Kurdenfrage gibt.

Wersind wir ?

Pro Humanitate e.V. ist eine gemeinnützige, humanitäre Hilfsorganisation. Sie hat seit 1996 an viele zehntausende vertriebene Familien in der Türkei Nothilfe, in Form von Grundnahrungsmitteln, Heizmaterial, Kleidung und Schulmaterial verteilt. Im Erdbebengebiet haben wir zur Einrichtung von Suppenküchen beigetragen. Tausende von Familien, die in Zelten lebten, hatten so täglich eine warme Mahlzeit.

Unterstützt wurden wir von der Bundesregierung, dem Kindermissionswerk "Die Sternsinger", den Franziskanern in Deutschland und privaten SpenderInnen. Mit den Kooperationspartnern vor Ort haben wir durch konkrete Hilfe an Menschen verschiedener Ethnien und Kulturen dazu beigetragen, das Miteinander der Bevölkerungsgruppen in der Türkei zu fördern und Brücken der Freundschaft und Verständigung zu bauen.

Sie können helfen und das wäre toll

Mit einer Mark pro Tag können wir eine Familie täglich mit 4-5 Broten versorgen, also mit 30,- DM einen Monat lang. Für 100,- DM können wir für eine kinderreiche Familie Folgendes kaufen: 50 kg Mehl, 10 kg Reis, 10 kg Weizengrütze, 10 kg Nudeln, 5 kg Zucker, 5 Liter Öl, 5 kg Bohnen, 5 kg Linsen, 3 kg Tomatenmark, 1 kg Erbsen, 1 kg Tee und 6 Stück Seife, vielleicht sogar einiges mehr.

Alle gespendeten Gelder fließen in die Projekte, denn die gesamte Projektvorbereitung und ihre Durchführung werden durch ehrenamtliche Arbeit abgedeckt. Wir von Pro Humanitate danken allen herzlich, die einen Beitrag zur Linderung dieser Not leisten.

Spendenkonto: Pro Humanitate e.V., Konto 10 26 25 33, BLZ 370 501 98, bei der Stadtsparkasse Köln.

Spenden sind steuerlich abzugsfähig. Bitte deutlich die Absenderadresse angeben! Adresse: Postfach 90 02 65, D-51112 Köln, Fax: 02203-126 77



E-Mail: dialogkreis@t-online.de
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